Herkunft Wesen Gesundheit Doshi


 
     
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Die Geschichte eines Akitarüden
 


Die Anerkennung eines Züchters durch einen Rasseclub ist, wie wir feststellen mussten, ganz und gar kein Gewähr für dessen Seriosität. Nachfolgend ein Beispiel:

Schon sehr früh wurde der Wunsch nach einem Hund in meinem Herzen wach. Im Juni 2001 sollte es dann endlich so weit sein. Ich hatte mich nach langem Abwägen für die japanische Rasse Akita Inu entschieden.

Ich sammelte alle Informationen, die ich kriegen konnte. Hauptsächlich beschäftigte ich mich mit den Homepages der Züchter und Vereinen sowie mit allgemeinen Artikeln im Internet. Ich kontaktierte mehrere Züchter, da ich den Akita endlich einmal hautnah erleben wollte. Eine Zuchtwartin aus Deutschland, die einem bekannten Club angehört, weckte mein Interesse ganz besonders. Nach einem langen Telefongespräch vereinbarten wir einen Termin. Wir fuhren den weiten Weg in den Süden Deutschlands und besuchten die Familie, die neben drei Akita/GJD auch einen weissen Rüden-Welpen vorzuweisen hatte. Das „Akita-Fieber“ hatte mich nun ganz und gar eingenommen – ich war begeistert!

Ein Akita soll es sein

Wieder zu Hause angekommen, gingen mir diese tollen Tiere nicht mehr aus dem Kopf. Deshalb beschlossen wir, einen Hund aus dieser Zucht zu nehmen. Wir liessen uns für einen Rüden des nächst geplanten Wurfes vormerken. Es dauerte aber nicht lange, da keimte die Idee, eventuell schon den kleinen, weissen Akita-Rüden zu nehmen. Wir fragten bei der Familie an, ob der Kleine noch zu haben sei. Doshi im Alter von 14 WochenDie Antwort war recht einfach. Es hiess, dass die Entscheidung erst sehr spät fiele, da die Rüden immer erst ab der 14. Lebenswoche abgegeben würden. Also warteten wir und besuchten die Familie Ende der 14 Wochen noch einmal, in der Hoffnung den Welpen gleich mitnehmen zu können. Die Utensilien, unter anderem ein Halsband mit Leine und
ein Plüschtier, hatten wir bereits gekauft.

Nach einem Gespräch gab uns die Züchterin ihre Zustimmung. Sie erläuterte dabei, dass der Welpe Doshi, geboren am 20. Mai 2001, einen Unfall gehabt und sich dabei die vorderen Schneidezähne abgebrochen habe. Er hätte sich im Alter von 4 Wochen mit seinen Zähnen in eine Aluminiumwasserrinne verbissen, sich losreissen wollen und sich so die Schauze verletzt. Seine oberen Schneidezähne waren zudem abgebrochen. Sie sagte, dass der obere Kiefer wegen des Heilungsprozesses langsamer wachsen würde und darum ein Vorbiss entstehen könne. Dieser zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits leicht ab. Ansonsten seien aber keine weiteren Komplikationen zu erwarten. Falls nötig würden Sie sich sogar massgeblich an einer Kieferoperation beteiligen. Uns wurde versichert, dass Doshi sonst kerngesund sei. Da mir die Gesundheit wichtiger war, als ein perfektes Aussehen, unterzeichnete ich den Vertrag. Der reduzierte Kaufbetrag von 1'800 DM sollte ein Entgegenkommen betreffend Doshi’s Vorbiss sein.


Unglaublich - aber wahr

Den Weg nach Hause meisterte Doshi - fest an mich gedrückt - sehr gut. Aufgeregt und neugierig schaute er sich die neue Welt an, die draussen vorbeiflitzte. Bereits auf dem ersten Spaziergang jedoch verhielt sich Doshi gegenüber anderen Hunden sehr aggressiv. Wir wunderten uns schon ein wenig - doch hielten wir dieses Verhalten dazumal als normal, da uns die Züchterfamilie ausdrücklich mit den Worten "Akitarüden sind Raketen!" gewarnt hatte und wir die dazu erzählten Episoden noch all zu gut in Erinnerung hatten.

Doshi's Aggressionen und auch seine Dominanz nahmen mit fortschreitendem Alter immer mehr zu. Obwohl er im Haus total lieb und umgänglich war, geriet er Erkundungstour durch den Gartenvollkommen ausser sich, wenn ein anderer Hund unseren Weg kreuzte. Bereits Sichtkontakt auf 500m löste bei Doshi wahre Angst- und Stressanfälle aus - geschweige denn Begegnungen aus nächster Nähe! Erziehungskurse und unzählige intensive Privatstunden konnten uns nicht helfen. "Sie stehen erst am Anfang. Die richtig schwere Zeit kommt erst noch. Ich hoffe Sie schaffen das, nachdem sie es jetzt schon als sehr schwer ansehen!" waren die Worte der Züchterin...

Die Verdauungsprobleme, die wir anfänglich für ein Zeichen des Umstellungs-prozesses gehalten hatten, waren in der Zwischenzeit chronisch geworden. Die Tierarztbesuche kumulierten sich und der Vorbiss wurde immer schlimmer. Darauf hin begann ich mich intensiv mit der artgerechten Ernährung des Hundes, den Bestandteilen von Fertigfutter und dessen Wirkung im Gegensatz zu artgerechter Nahrung zu befassen. Zu diesem Zeitpunkt erreichte uns auch die Nachricht, dass Doshi' Mutter plötzlich gestorben sei; genau vier Monate nach seiner Geburt!

Unsere Tierärztin vermutete dazu aufgrund Doshi's unzähliger chronischer Problemen, den Schmelzdefekten an seinen Zähnen und seines überaus nervösen Verhaltens eine durchlebte Staupenerkrankung. Die getesteten Antikörper konnten gemäss Tierärztin nicht von der Impfung stammen - so dass wir uns schon wunderten, wo sich Doshi angesteckt haben könnte. Fragen drängten sich auf, welche ich mit anderen Akitabesitzen und - züchtern in einem kleinen Forum besprach. Durch ein Mitglied dieser Liste wurden dann Nachrichten widerrechtlich an Doshi's Züchterin weitergeleitet. Deren Reaktion darauf war ganz und gar ernüchternd. Ich erhielt gleich zwei Nachrichten von äusserst primitiver Art. Nicht nur, dass Fakten, Geschehnisse und Absichten komplett verdreht oder aber offensichtlich nicht verstanden wurden - nein - mir wurden sogar rechtliche Schritte angedroht! Es wurde auch betont, dass Sie uns sogar einen Hund aus dem nächsten Wurf hätten schenken wollen (Schuldeingeständnis?), sich aber nun selbstverständlich anders besinnt hätten!
Wer kommt denn da des Weges?
Da in einer der beiden Nachrichten eine ganz neue und dazu fragwürdige Version von Doshis angeblichen Unfalls ausgeplaudert wurde, entschloss ich mich ihn im Tierspital Zürich untersuchen zu lassen. Angeblich soll er sich nämlich auch den Oberkiefer angebrochen haben, sehr viel Blut verloren und sofort vom Tieratz untersucht worden sein. Röntgenbilder bekamen wir jedoch - wie so vieles andere auch - nie zu Gesicht.


Licht ins Dunkel

Am 19. Februar 2002 brachten wir Doshi zu einem Spezialisten für Zahlheilkunde ins Tierspital Zürich. Kopfschüttelnd kommentierte der Arzt die vorgelegte Korrespondenz und alle Fakten, die wir bis anhin gesammelt hatten. Neben einer klinischen Beurteilung wurden Doshi's Ober- und Unterkiefer unter Narkose radiologisch untersucht. Festgestellt wurden u.a. eine Verkürzung des Oberkiefers um 2cm wie auch eine Quetschung der linken Stirnhöhle - was auf eine äussere Gewalteinwirkung schliessen lässt. Dass Doshi dazu im Bezug auf Artgenossen stark traumatisiert war und ein seit seiner Ankunft ein äusserst gestörtes Verhalten von Aggression, Angst, Stress und sozialen Schwierigkeiten an den Tag legte - liess uns 1 + 1 zusammenzählen. Auf den Röntgenbildern war klar eine Quetschung der linken Stirnhöhle zu erkennen, jedoch keine verheilte Fraktur. Unsere Vermutung dazu: Wurde Doshi als Welpe von einem seiner erwachsenen Rudelmitglieder oder von seiner Mutter durch einen Schnauzenbiss zu hart zurechtgewiesen?

Wie sich für uns herausstellte, erklärte dies Doshi's Aggressionen gegenüber seinen Artgenossen. Der arme Kerl hatte die ganze Zeit Angst und „wehrte“ sich ganz nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Leider musste so viel Zeit vergehen, bis endlich Licht ins Dunkel kam.



Richtungswechsel

Da wir Doshi's Verhalten nun endlich begreiffen konnten begegnete ich ihm in Konfliktsituationen mit Liebe und Verständnis. Als Folge begann ich die Doshi mag die kalte Jahreszeitvorhandene Fachliteratur zum Thema Körpersprache und Verhalten von Hunden zusammenzutragen, zu recherchieren und durch eigene Beobachtung dazuzulernen. Durch unermüdlichen Einsatz, körperliches Training und dem Erlernen verschiedener Techniken wurde ich als zierliche Person bald fähig meinen Hund sicher zu führen. Auf diesem Weg gelang es mir ein tiefes Vertrauen aufzubauen, welches auch Doshi langsam immer sicherer werden liess. Seine Beschwerden schwächten sich parallel zur Stressminimierung mit Hilfe von Naturheilpraktik und artgerechter Ernährung in zunehmendem Masse ab.

War es früher Doshi's Absicht jeden Artgenossen ohne Kompromis unvermittelt anzugreiffen und zu beseitigten, so kann er heute aus einer gewissen Distanz andere Hunde mehrheitlich vorbeigehen lassen. Sein Trauma wird er wohl nie ganz überwinden - so löst jede Begegnung sowie jede Konfrontation mit allem , was Doshi auf irgend eine Art mit seinen Artgenossen verknüpft hat, grossen Stress und erheblich Angstzustände aus. Jede Begegnung mit Hunden (oder Dinge wie Rollkoffer, Tragtaschen usw.) entlocken ihm im Angriffsversuch ein aggressives Bellen und Gebärden. Es lässt sich nur erahnen, welche Schmerzen er als Welpe wohl erlebt haben muss.


Fazit

Ich stelle hiermit klar, dass dieser Text keine Beanstandung an unserem Hund Doshi darstellen soll. Weder ich, eines unserer Familienmitglieder noch unsere Freunde würden ihn jemals wieder hergeben. Was wir aber beanstanden ist das sehr fragwürdie Verhalten von Doshi’s Züchterin sowie die Zurückhaltung von Seiten des Rasseclubs.

In dem Bewusstsein, wie sich das Wesen eines so sensiblen und intelligenten Hundes durch negative Einwirkungen im Welpenalter wandeln kann, war es ganz und gar unverantwortlich ihn in unerfahrene Hände zu geben. Zusätzlich wäre es überaus wichtig und unverzichtbar gewesen, uns über die wahren Vorkommnisse aufzuklären, um Doshi den Umständen entsprechend richtig ausbilden und aufziehen zu können. Ausserdem wären wir gerne über die Sebadenitiserkrankung von Doshi's Vater zum Zeitpunkt von Doshi's Übernahme informiert worden. Wie es scheint, war bei diesem „Verkauf“ wohl wenig Tierliebe Wanda und Doshimit im Spiel.

Heute bin ich mir über die Zustände in der Hundezucht bewusst, welche nur vordergründig von Tierliebe geprägt scheint. Manche Rasseclubs sind dabei keine Garanten für seriöse Zuchtstätten - eher gegenteilig werden "schwarze Schafe" stillschweigend akzeptiert und züchterisches Fehlverhalten totgeschwiegen. Was hält uns zukünftig noch davon ab unsere Hunde aus dem Tierheim zu holen? Das Risiko unwissend einen verhaltensgestörten und gesundheitlich beeinträchtigten Hund zu kaufen scheint bei genauer Betrachtung nicht wirklich grösser zu sein als bei einer anerkannten Zuchtstätte.

In der Zwischenzeit haben wir durch andere Besitzer von Hunden aus dem selben "Stall" erschreckend ähnliche Geschichten gehört. Doshi ist wohl kein Einzelfall?

Überprüfen Sie genau, von wem Sie einen Welpen kaufen! Nicht immer sind Menschen das, was sie zu sein vorgeben.


Alle in diesem Text getätigten Aussagen können wir durch schriftliche Beweisstücke belegen.



 
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